Dich nervt es auch, Seife zu finden, in der keine komischen Zusatzstoffe sind?
Dann bist du hier genau richtig!

Es ist nicht ganz ungefährlich, denn für die Herstellung eines Stücks Seife brauchen wir eine ätzende Chemikalie! Wenn du dir unsicher bist, nimm bitte jemanden zur Hilfe.
Du solltest deine Haustiere fern von der Seifenmasse halten und der Raum, in dem du die Seife herstellen möchtest, sollte sehr gut belüftet sein. Am besten, du stellst die Seife draußen her. Ich habe es bei mir zu Hause auf dem Balkon gemacht. So konnte ich auch meine Katzen drinnen einsperren 😉

Fertiger Seifenblock

Zur Herstellung der Seife benötigen wir ein paar Utensilien.
– Silikonformen in der Form und Größe deiner Wahl
– Einen mittelgroßen Topf oder Schüssel, am besten aus Glas oder Keramik (KEIN Aluminium!)
– Einen Schneebesen aus Metall (KEIN Aluminium!)
– Einen Pürierstab
– Gummihandschuhe
– Schutzbrille
– Mundschutz (bitte keinen selbstgemachten aus Stoff!)

Fast alle Utensilien auf einem Bild. Ich war draußen auf dem Balkon.

Beim eigentlichen Rezept nutze ich persönlich das sogenannte „25er“ Rezept. 25er, weil sich 4 verschiedene Zutaten zu jeweils 25% zusammensetzen. Ich habe insgesamt 500g Seife hergestellt. Das hat für anderthalb meiner Silikonformen gereicht. Deshalb habe ich gleich zwei Fuhren hergestellt, aber jeweils mit einem anderen Geruch.

Das Einsteiger Grundrezept für Seife
  • 25% Kokosöl
  • 25% Rapsöl
  • 25% Sheabutter
  • 25% Olivenöl
  • Natriumhydroxid (NaOH)
  • Wasser
  • 3% der Gesamtmasse Ätherisches Öl deiner Wahl
  • Optional: Getrocknete Blüten zur Deko
  • Optional: Seifenfarbe nach Wahl

Du siehst, eigentlich ist das „nur“ Fett mit einer Lauge. Durch das Zusammenführen der Fette und der Lauge entsteht der Verseifungsprozess. Dieser Prozess wird auch Seifensieden genannt. Wen das Chemie-technisch gesehen etwas mehr interessiert, kann das gern hier nachlesen.

Hier findet ihr auch die Website, mit der ich mein Rezept zusammengestellt habe. Dort gibt es alle Zutaten, die man statt meinen „Standartzutaten“ noch verwenden kann. Man kann statt Wasser z.B. auch Kräutertee benutzen.

Nach diesem Rechner sieht mein Rezept konkret so aus:

  • 125g Kokosnussöl
  • 125g Olivenöl
  • 125g Rapsöl
  • 125g Sheabutter
  • 168ml Wasser
  • 65 – 69g Natriumhydroxyd (NaOH)

Die Angabe zu NaOH ist deshalb etwas flexibel, weil man den Fettüberschuss in einem gewissen Rahmen selbst bestimmen kann, ohne, dass das Rezept nicht mehr funktioniert. Der Seifenrechner erklärt das hervorragend:

0 – 3% (70 – 72g NaOH) Fettüberschuss bedeutet, dass die Seife scharf wird und nicht mehr für Handseife geeignet ist. Man kann die Seife eher zum Wäsche waschen benutzen.

4 – 10% (65 – 69g NaOH) Fettüberschuss ist am Angenehmsten zum Händewaschen, da sie nicht ganz so scharf und weich ist, hält aber etwas kürzer als die mit weniger Fettüberschuss.

11 – 15% (61 – 64g NaOH) Fettüberschuss sind weichere Seifen. Durch das überschüssige Fett hält die Seife aber nicht sehr lange, sie wird schneller ranzig.
In Ausnahmefällen sicher sinnvoll.

Die Herstellung

Die einzelnen Zutaten bekommt man nicht unbedingt im Einzelhandel.
Die Sheabutter und das NaOH habe ich mir einfach bei Amazon bestellt.
Das NaOH sieht aus, wie kleines weißes Granulat. Man kann es übrigens auch als Rohrreiniger verwenden. Funktioniert einwandfrei! Aber Achtung, es darf niemals in Berührung mit der Haut kommen. Deshalb hat die Verpackung auch eine eingebaute Kindersicherung.

Der erste Schritt ist deine eigene Sicherheit. Also schnell die Handschuhe, Schutzbrille und den Mundschutz anziehen. Du begibst dich am besten nach draußen oder öffnest alle Fenster, die es im Raum gibt. Haustiere und Kinder müssen den Raum am besten auch verlassen 🙂

Sicherheit geht vor! 😉 Für mich war’s am besten, das Zeug auf dem Balkon anzurühren (im Hintergrund steht sogar noch der Weihnachtsbaum :D).
  1. Als erstes stellen wir die Lauge her. Dafür wiegst du das Wasser ab (denn 168ml sind ja 168g) und füllst es in deine Schüssel. Ich hab einen mittelgroßen Topf genommen, der nicht aus Alu und nicht beschichtet ist.
    Achte darauf, dass der Untergrund, auf dem die Schüssel oder der Topf steht, Hitzebeständig ist, denn wenn wir jetzt das NaOH (ich nehme 68g) hinzugeben, wird sich die Mischung auf bis zu 90°C erwärmen. Wichtig ist, dass das NaOH langsam und nicht auf einmal in das Wasser gegeben wird, um Spritzer zu vermeiden.
    Jetzt kommt der Schneebesen zum Einsatz. Damit kannst du das NaOH besser mit dem Wasser mischen. Achte aber bitte darauf, dass du nichts verschüttest.
    Wenn sich alles aufgelöst hat, kannst du die Lauge beiseite stellen und abkühlen lassen. Bitte behalte sie im Auge, nicht dass es jemand trinken möchte…
Lauge und Wasser mit dem Schneebesen rühren, bis sich das ganze NaOH aufgelöst hat.


2. 125g Kokosöl & 125g Sheabutter abwiegen und in einen Topf geben, um sie langsam schmelzen zu lassen. Diese beiden Öle sind fest, d.h. wir geben die flüssigen Öle (125g Raps- und 125g Olivenöl) erst dazu, wenn sie flüssig sind.

3. Lass die Öle und die Lauge auf ca. 30°C abkühlen.

4. Jetzt kannst du die Lauge und die Öle langsam vermengen, bis die Masse „homogen“ also gleichmäßig ist.

5. Dann kannst du auch deinen Lieblingsduft in Form eines Ätherischen Öles hinzufügen. Die Farbe kann jetzt auch hinzugefügt werden.

6. Jetzt kommt der Pürierstab zum Einsatz: Die Masse sollte so lange püriert werden, bis sie ungefähr die Konsistenz einer Bechamel Soße hat. Also ziemlich dickflüssig.

Die Masse mit dem Pürierstab bearbeiten. Die Konsistenz ergibt sich dann durch das Pürieren.

7. Danach kannst du die Masse in deine Formen füllen und dekorieren.

Seifenmasse in der Silikonform. Es gibt natürlich sehr viele verschiedene Formen! Ich habe mich für eine einfache Quaderform entschieden.

8. Die Seife muss jetzt ein paar Tage durchtrocknen, dann kann sie aus der Form genommen werden.

9. Ich empfehle, die Seife vorher mindestens 4 Wochen „reifen“ zu lassen. Je länger man sie reifen lässt, desto milder wird sie nämlich. Ich habe, je nach Jahreszeit, empfindliche Hände und bevorzuge daher mildere Seife.

Der fertige Seifenblock 🙂

Fertig 🙂
So schwer ist es eigentlich gar nicht. Man muss nur ein paar Dinge wissen und beachten, dann geht das (für mich) eigentlich mit links! Wenn man Linkshänder ist, vielleicht auch mit rechts 😀
Auf Social Media gibt es viele Accounts, die das in Perfektion betreiben und verkaufen, ich hab mal ein paar rausgesucht, für euch zur Inspiration 🙂

@manar_soap auf Instagram
@soap.making.vids auf Instagram
Auf Pinterest mal nach „Soap making“ suchen, da gibts so viele schöne Ideen
@Fizzysoapss auf TikTok
@starcrossedsoapery auf TikTok

„Soap cutting“ ist auch ziemlich satisfying 😀

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